Corona

Wie Corona das Weinland in seinem Denken und Handeln verändert

Das Streben nach Vergrößerung der Weinbaubetriebe war durch die letzten Jahrzehnte der Trend. Dieser Trend war bedingt durch eine Strukturveränderung.  Vor 55 Jahren war ein 1 Hektar Weinbau eine existenzfähige Grundlage, als der Stefffelhahn Niveaufüller, eine Pumpe und ein kleiner Filter genügten und der Weingarten Handarbeit war.  Mit dem Einstieg der Technik und den sich entwickelnden oenologischen Anforderungen veränderte sich die Struktur.
Landeshauptfrau Johanna Mikl Leitner
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil
Wie sind die Winzer Krems mit dieser Entwicklung zurechtgekommen?
Die meiseten Weinkeller sind voll

Mit einem Hektar sowie die vielen  gemischten Betriebe mit dem Nebenerwerbs Weinbau waren wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Die Weingärten wurden an Kollegen verkauft, die sich dadurch den technischen und kostenintensiven Aufwand anpassen konnten. Kleine Füllanlagen, Flaschenwaschmaschinen und Technik im Weingarten hielten Einzug, auch der Vertrieb veränderte sich – der „Wirt“ als der Abnehmer schlechthin ging auch in Richtung Endkunden.

Einer schier unerschöpflichen Expansion stand nichts  im Weg – vor 25 Jahren entstanden 20, 30, 40 Hektar Betriebe, die rasch weiter expandierten – der 100 Hektar Betrieb als Ziel vieler. Indikatoren, dass dieser Weg nicht für alle der richtige ist wurden unter den Tisch gewischt – Monumente wie Tscheppe schlitterten in die Insolvenz.

Als Tschepe als Indikator – in den Medien hochgelobt war mit Konkurs 2012. Das Weingut Polz stieg ein – dessen Weg 2020 mit Investoren oder doch nicht Investoren die Szene beschäftigt.

Neben dem öffentlichen Weg der stille Ausgleich von vielen, da die Verwertung einer Kellerei und des Weinguts für die Banken ein größeres Risiko war als ein erheblicher Abstrich der Verbindlichkeiten. Natürlich entstanden einige wie Hagen, Baumgartner Schneeberger, Grösz, Markus Huber u.a., die diese Entwicklung auch wirtschaftlich nutzen konnten.

Aber eine Vielzahl deren Namen in der österreichischen Szene bekannt sind, stehen auf sehr tönernen Beinen. Aus einer uns unbekannten Quelle erhielten wir Bankdaten aus dem Weinbau im Burgenland. Sollten diese stimmen – ist die Lage mancher extrem schwierig.

Die Corona Krise mit dem Totalverlust der Gastronomie, die einen Marktanteil von 57% im Jahr 2019 hatte – verdichtete die wirtschaftliche Situation vieler in eine fast Exit Lage.  Aber bereits vor der Corona Krise zeigte sich ein Preisverfall mit extremen Rabatten unter den realen Gestehungspreisen um die Liquidität zu erhalten. Die Krise verdichtete das.

Das zu erwartend Szenario im Herbst – viele Keller sind absolut voll – die Lese kommt bestimmt – wohin damit?

Es gibt keine Lösung der Traubenpreis ist jetzt schon weit unter den Gestehungskosten – völlig unverständlich ist, dass niemand von der Weinwirtschaft, der Kammer, dem Ministerium aufschreit. Volle Keller sind klare Fakten  – die nächste Lese auch – in dieser Lage sind 30 bis 40 % unserer Weinwirtschaft – wenn man diesen Betrieben nicht hilft sind sie chancenlos. Diese Ruhe seitens der Winzer Betriebe ist verständlich. Welches Weingut gibt schon gerne zu, dass ihm das Wasser bis zum Hals steht, denn damit würde er auch noch die letzten Kunden vertreiben.

Die zusätzliche Verlagerung in die Supermärkte, deren wirtschaftliches Ziel über die Philosophie des Diskonts – also der günstigen Angebote geht  – lösten  eine Rabattschlacht aus. Lidl begann über die  großen Namen mit saftigen Rabatten das Weingeschäft auf zurühren, das geht nun bis zu dem Blatt Österreich, das mit extremen Nachlässen lockt. Die Situation ist verständlich, die Keller sind voll, wie sind die zu leeren, der Weg über den Preis scheint als einzig möglicher.

Aber was sind die größten Wirtschaftskörper von Niederösterreich und dem Burgenland  – der Weinbau.

Wenn dieser kollabiert, ist das für diese Bundesländer mehr als eine Katastrophe. Hinsichtlich der Steuereinnahmen des Umfelds – ein Desaster von unvorstellbaren Ausmaß. Unsere Politik befasst sich mit U-Ausschüssen,  Landeshauptfrau Mikl Leitner und Landeshauptmann Doskozil mit Künstlern, Sport, die Medien mit den Turnschuhen des Gesundheitsministers – und im Hintergrund kracht das Gebälk des Wirtschaftskörpers  Weinbau in die Tiefe. Es gibt nur die Lösung in gewaltigen Dimensionen zu verspritten um die Keller zu entlasten und zu leeren.

Denn ohne dieser Hypothek  ist die Lage hinsichtlich Konsum und Käufen nicht so schlecht.

Ein Indikator dafür ist die Weinlogistik in Parndorf –  Andreas Leithner „ wir haben knapp 10 %  Umsatzverlust“, der Markt ist trotz des 57 % Ausfalls der Gastronomie in anderen Bereichen offensichtlich wachsend.

Leithner hat einen Umsatz von 15 Millionen Flaschen ohne Handelsware mit dem Tansport dieser kommt er auf ca f 25 Millionen Falschen. und dehalb lassen sich seine Umsätze als Marktindikator ideal umsetzen. .

Die Frage an die Winzer Krems –  wie ist die Winzer Krems mit dieser Etnwicklung zu recht gekommen?

Der Ausfall der Gastronomie hat uns stark betroffen, aber durch den langjährigen konsequenten Aufbau in den weltweiten Weinfachhandel konnten wir vieles auffangen. Durch unser System im heimischen Fachhandel und Märkten mussten wir die Diskontschiene als solche nie nutzen, sondern auf werthaltige Preise setzten – das entwickelte sich mit der Zeit gut.  Der Exportanteil von 57 % war und ist eine Stütze.

In Summe wir sind bisher mit einem sehr kleinen „Blauen Auge“ bisher durch die Pandemie gekommen. 

Ein weiterer positiver Indikator ist der Weinraritäten Vertrieb von Georgs Salon in Klagenfurt – der im Bereich online eine europäische Nische mit Weinen in höchster Qualität und Raritäten besetzt.

Der Export nach Skandinavien und der EU hat sich von einem bisher guten Niveau im Corona Jahr um 15 % gesteigert. Im Inland, trotz des Ausfalls des Edelgastronomie Bereiches um 9 %. Hinzu kommt, dass Betriebe ab 5 bis 10 Hektar die sich weit vor der Corona Krise mit Online und Direktvermaktung befassten –  gewonnen haben. Gar nicht so wenige Betriebe erkannten das ihr Weg der Größe falsch war und nun auf überschaubare Größen reduzieren  und über die Medien die Direktvermarktung ausbauen.

Das zu erwartende Desaster – wenn nichts geschieht – wird jene, die auf Expansion und großer Fremdfinanzierung setzten tief treffen.

Die Preisspirale ist auf auf einem Tiefstpunkt – in den Ketten sind minus 50% gesamt Nachlass – (Listung, die Ketten sind sehr Creativ in Nebenaufwänden) zu berücksichtigen ebenso minus Steuer viel bleibt da nicht. Das Land Österreich mit vielen Regeln hohen Produktionskosten und Belastungen ist an sich nicht mit Frankreich, Spanien, Italien in den Gestehungskosten vergleichbar.

In Summe:  Wenn die Legislative keine entscheidenden Schritte setzt, beginnt ab August eine katastrophenähnliche Entwicklung.

Die Traubenwinzer und Gebindeverkäufer sind chancelos  – die meisten Keller sind voll und die wirtschaftlche Lage vieler Händler schwach. Wir werden einen Teil der Struktur verlieren – und die Randorte, wo der  Weinbau der Stohhalm der Wirtschahft war werden weiter veröden.