Interview Sommerbauer

Georg Sommerbauer

Interview mit Georg Sommerbauer, Perchtoldsdorf

Georg  wie  hast  Du die  Krise  bisher  überstanden ?

Mit Optimismus, denn mit Pessimismus im Unglück zu versinken ist für nichts. Die Krise sehe ich für mich als Lernprozess und Ansatz für Veränderungen für die nie Zeit gefunden wurde – denn die Routine des Alltags bestimmte. Zum Beispiel gab es im Vorjahr eine kleine Lücke  in den Lockdowns – in der wir zu Tischbestellungen gezwungen waren. Die Gäste haben das perfekt angenommen sie ersparten sich die Zeit des Anstellens am Buffet und konnten in Ruhe auswählen – sowie die Zeit mit einem Glas Wein angenehm überbrücken bis die Speisen frisch aus der Küche serviert wurden.

Die Umstellung des gewohnten das die Gäste begeisterte – für uns die Arbeit vereinfachte und noch dazu Bufferkräfte eingespart werden konnten. Deshalb haben wir in Ruhe nun ein digitales Bestellsystem System gesucht und gefunden, das für die Gäste ein Service sein wird und für uns eine Arbeitserleichterung..

Georg gut aber wie überlebst Du die Krise? Du hast mit dem Weinbau und den Objekten Fixkosten – wie sieht das aus?

Alles in allem hat mein Betrieb pro Monat ohne Personal ca. 9.000 Euro Fixkosten die ich mit speziellen Maßnahmen etwas abfedern wollte und konnte.

Der Lockdown trifft auch meine Gäste und Kunden genauso wie uns – deshalb wollte ich ihnen das, was sie als Heurigenbesucher vermissten bieten.

Wir Heurigen haben ein Kapital, den fast familiären Kontakt zu den Gästen und Daten wo wir über die Aussteckzeiten und „Neuem“ informieren. Der Lockdown trifft auch meine Gäste und Kunden genauso wie uns – deshalb wollte ich ihnen das, was sie als Heurigenbesucher vermissten bieten. Die Neuen Medien wie das Internet bis zu persönlichen Kontakten setzte ich dafür ein. Unser Speisen- und  Weinangebot,  der familiäre Kontakt war doch ausschließlich der Grund für den Heurigenbesuch. Deshalb haben wir ein Angebot nach diesem Prinzip erstellt – wir haben das angeboten was unsere Gäste vermissen und für sie immer ein Grund zu einem Besuch bei uns war.

Dieses Angebot  wurde sehr gut angekommen sogar der persönliche Kontakt zu unseren Gästen wurde intensiver – über die Zufriedenheit vielleicht sogar Begeisterung der Gäste erschlossen sich sogar neue Kunden.

Die Kundenbindung wurde enger und eine Einnahme entstand. Die Förderungen im Rahmen der Umsatzsteuer und die direkten Förderungen erlaubten uns auf Sparflamme die Krise wenn auch unter beachtlichen Verlust zu überleben. Eine Anmerkung zu den Förderungen – sie sind immer zu wenig – auch wir hätten gerne mehr, aber wir müssen sie auch zurückzahlen. Der Staat lebt von unseren Steuern und Abgaben – der Staat und wir verschulden uns, aber auf Sicht dürfen wir nicht die Grenzen der Staatsverschuldung überschreiten. Deshalb müssen wdiese Förderungen auch rückgeführt werden – wir werden sie alle bezahlen müssen sie sind kein Geschenk.

Zurück zum Thema: Es entstanden eine  Kooperation mit dem Bauernmarkt wo wir frisches direkt vom Bauern anbieten – dieser Service wurde gut angenommen  es ist nicht das große Geschäft sondern bietet die kleine Chance Einnahmen zu vergrößern wie über unseren Kundenbereich – der wieder unsere Weine und unser Angebot kennenlernnen konnte. Hätten wir diese Krise nicht gehabt – hätte die Zeit für den Aufbau dieses Weges nicht gereicht und das Angebot würde einfach nicht wahrgenommen.

Mein Ziel wenn schon die Krise dann lernen wir daraus – tanken wir das Auto voll um nach der Krise mit voller Kraft anfahren zu können. Für den Winzer dessen Werkbank unter dem freien Himmel mit Frost, Hagel und Schädlingsbefalll verbunden ist, ist ein Ernterausfall (Verdienstausfall) von  40 – 50 %  der Ernte eine immer zu berücksichtigende Normalität. Für jeden Landwirt, Winzer sind Krisen ein normaler Bestandteil des Lebens und Denkens.

Für den Mischbetrieb Heurigen war aber diese Krise völlig neu – aber wir und meine Kollegen erstarrten nicht in Angst, sondern wir orientierten uns um und handelten.