Investoren

Die Investoren

In der Steiermarkt sind die Investoren fast wie die Heuschreckenplage – es besteht ein Run auf jede auch noch so kleine Riede – die Preise der Weingärten nähern sich fast den Baugrund Preisen an. Für Winzer sind gute Lagen oder sogar schwache in den Leadgebieten nicht finanzierbar. In Niederösterreich und dem Burgenland ist die Entwicklung wesentlich langsamer, aber sichtbar. Es wurde für gut Situierte oder Unternehmen zu einem „Muss“ einen eigenen Wein und ein Weingut zu besitzen.
Der Kärntner Hans Schmid begann klein mit dem Roten Haus als Hobby - allerdings den Weinbau mit allem drumherum vergab er an einen sehr guten Winzer

Im Grunde, mit Distanz betrachtet ist die Entwicklung gut – diese investieren oft wie verrückt in Technologien und beschäftigen zumeist gut bezahlt die Einheimischen. Mit dem Nachteil der sowieso angespannten Arbeitsmarkt Situation im Weinbau.

Aber langfristig scheitern fast alle von Investoren geführten Weingüter. Ihr Problem – zuerst die große Freude des eigenen Weines – das miterleben der Natur einer anderen Welt, doch die Faszination überdeckt die Realität. Die Investoren glauben, dass Sie das stärkste Argument haben, nämlich das Kapital und deshalb ihre Meinung und die Sichtweisen die richtigen sind. Deshalb muss dann der Betrieb auch von einem zeitgemäßen Winemaker mit möglichst wenig Widerspruch „richtig“ geführt werden.  An visionären Winemakern, die den Weinbau und die Vinifiakion jährlich neu erfinden mangelt es nicht. Die große Vision bestimmt, der Zahlenmensch, der Investor erkennt dadurch, dass die Zukunft des Investments stimmt.

Der ahnungslose Investor ist auf Fachmeinungen angewiesen und stolpert so in oftmals merkwürdige Maßnahmen. Kein Mensch sagt ihm die Wahrheit oder er will nicht akzeptieren, dass der Weinbau ein unabwägbares Risiko mit voller Abhängigkeit von der Natur und dem Können des Winemakers ist. Esterhazy errichtete eine der modernsten Kellereien der Welt. Ein Experte produzierte das Beste, die Insertions- abhängigen „Weinjournalisten“ lobten ihn in höchsten Tönen und  dann wurde es sehr ruhig. Ing. Pusch eine Legende des österreichischen Weines wirkte, die Weine wurden anders, milde ausgedrückt gut konsumierbar. Die Gutsverwaltung Halbthurn könnte mit einer ähnlichen Geschichte aufwarten, wo Experten wie WeinArt, WeinWolf und Ausmüller die Besten und teuersten Weine herstellten, die dann im Diskont endeten. Ein Grund war, dass die Investoren „genug“ hatten, sie wollten wissen wann ihr Kapital rückgeführt werden kann.

Das Modell Weingut Georgiberg – mit großem Engagement begannen Mitglieder der Familie Trierenberg Weinbau zu betreiben – verschiedenste Weinmacher wechselten sich durch die Jahre ab – nun hat sich das Weingut neu erfunden. Praktiker des Weines wie Krispl wurden in ein Team genommen.  Durch die Verbindung Praxis mit Kapital entstand ein sinnvoller Weg.

In Summe gibt es verschiedenste Investoren. Jene die sich in die Produktion einbringen und einmischen haben zumeist ein sehr kurzes Leben. In der Steiermark war der legendäre Lehrer Ing. Werner Surma „Weinguts-Reparierer“ vieler bekannter Persönlichkeiten der Wirtschaft und des Sports mit Erlebnissen anderer Art.(Der Autor ist mit Werner Surma befreundet deshalb diese Formulierung)

Der Sänger Peter Kraus z.B. investiert und freut sich über sein Weingut, das er mit  Manfred Tement führt. Kraus ist Kapitalgeber und ein ambitionierter „Helfer“  der Rest kommt vom Praktiker Tement – dieses Team ist gut.

In Wien gibt es das Parade Beispiel für Investoren Wege – der Kärtner Hans Schmid begann klein mit dem Roten Haus als Hobby – allerdings den Weinbau mit allem drum herum vergab er an einen sehr guten Winzer. Mit der Entwiclung von Maier am Pfarrplatz und Ausbau auf über 70 Hektar, neuer Kellerei usw. Sein Weg war,  dass er einen Winzersohn und Mitarbeiter suchte, die mit Wein aufgewachsen sind. Schmid erstellte  die wirtschaftlcihen Rahmenbedigungen und lies die Fachleute arbeiten.  Eine Erfolgsgeschichte für ganz Wien und wirtschaftlich positiv.

Der Baulöwe Lenikus hat nun in Wien ebenfalls an die 70 Hektar – vom Fallstaff aber nur einen Stern. Die Weine – es gibt sie. Jedes Jahr anders,  jedes Jahr eine andere Handschrift – wie sich halt das Team verändert, welches das Sagen hat.

Der alte Spruch „zuviele Köche verderben den Brei“ erklärt vieles.

Aber in der Steiermark tummeln sich die Investoren wie der Bayer Hans Kilger, der Wiener Immobilieninvestor Thomas Levenitschnig die Obskon Beteiligungsverwaltungs GmbH u.a. Wenn es Ihr Ziel ist, mit dem Weinbau Geld zu verdienen sind die Chancen arm – wenn ihr Ziel in der Spekulation des steigenden Wertes der Weingärten liegt, kann sich das ausgehen.

Die Steiermark ist mit 5.000 ha in der Fläche ausgereizt – billiger werden Weingärten nie mehr.

Eines ist klar – mit dem Investment im Weinbau ist kein Geld zu verdienen (mit wenigen Ausnahmen wie Hans Schmid) – der professionelle Investor erkennt dies sehr rasch an Hand der Billanz. Jene die aus Hobby Image-Gründen investieren erkennen schnell, dass das Weingut zwar deren Namen hat, aber der Rest den Fachleuten zu überlassen ist.

Kluge Winzer erkannten, dass ein Pseudo-Investor aus Kunst und Wirtschaft mit gutem Namen den Verkauf erleichtert.